Was macht eigentlich … ? Ex-Studis berichten aus ihrem Leben.
| Name: | Kolja Feix |
| Titel: | Technischer Redakteur B.A. |
| Wohnort: | Hannover |
| Firma: | Hein-Gruppe |
| Position: | Redaktion |
Studium – Warum Technische Radaktion?
Um diese Frage zu beantworten, fragten wir einen Studenten des Studienganges Technische Redaktion.
Kolja Feix, Jahrgang 1985, erstellt momentan bei der Hein-Gruppe in Hannover seine Bachelor-Arbeit. Seine Tätigkeit ist nicht im Bereich der »klassischen« Technische Dokumentation angesiedelt – er befasst sich mehr mit PR-Aufgaben. „In meinem Arbeitsfeld ist es wichtig, zielgruppenorientiert zu texten. – Meine Tätigkeit ist also gar nicht so weit weg vom TR.“ Derzeit arbeitet Kolja an einer Ausschreibung und Organisation eines Preisausschreibens für einen Kunden.
Kurzer Werdegang: Nach seinem Abitur wusste Kolja nicht, was er mit seinem Abschluss anfangen sollte. Ein Freund wies ihn auf den Studiengang „Technische Redaktion“ hin. Als sich Kolja über den Studiengang informierte, stellte er fest, dass das genau das Richtige für ihn ist. Kolja hat sich für das Studium „Technische Redaktion“ entschieden, weil ihn die vielen unterschiedlichen Inhalte im Studium gereizt haben. – „Die Studieninhalte sind so verschieden, dass man von allem etwas mitbekommt. Sei es Informatik, Redaktionsarbeit oder Medien- und Webgestaltung: Für jeden ist etwas dabei. Später im Beruf ist man flexibel und kann die verschiedensten Aufgaben lösen. So wird es nie langweilig.“
Am besten gefiel Kolja im Studium die praxisorientierte Arbeit und die überschaubare Anzahl von Kommilitonen. Bei seiner jetzigen Aufgabe benutzt er einige Methoden aus den Seminaren „Interview und Recherche“, „Professionelles Deutsch“ und „Gestalterische Grundlagen“.
Die Arbeitsmarktchancen deutet Kolja als „gut“ – „... auch wenn alle von Krise sprechen. Viele Betriebe wussten lange nicht, was ein TR überhaupt ist, jetzt suchen alle.“
Koljas Fazit – „Wenn ihr gut mit Sprache umgehen könnt und gern in den unterschiedlichsten Bereichen gleichzeitig arbeitet, seid ihr in diesem Studiengang genau richtig! Später im Beruf seid ihr dann als "Allrounder" sehr gefragt.“
Autor: Patrick Poppe
| Name: | Lucia Möller |
| Titel: | Technische Redakteurin B.A. |
| Wohnort: | Hamburg |
| Firma: | ZINDEL AG |
| Position: | Redaktion |
Studium – und dann?
Um Einblicke in den Alltag einer Technischen Redakteurin zu bekommen, fragten wir eine ehemalige Studentin der FH-Hannover.
Lucia Möller ist 1985 geboren. Sie lebt in Hamburg und arbeitet dort bei der ZINDEL AG, einem Unternehmen, das auf Dienstleistungen und Beratungen für technische Dokumentation spezialisiert ist.
Auf den Studiengang „Technische Redaktion“ ist sie durch eine Arbeitsagentur im Internet aufmerksam geworden. Sie wollte einen abwechslungsreichen Job, in dem sie schreiben und kreativ sein konnte. Als sie sich über verschiedene Berufe informierte, stolperte sie über das Jobprofil des Technischen Redakteurs.– „Das hat mich sofort überzeugt.“
In Ihrem Job arbeitet sie als klassische Technische Redakteurin. Der Beruf ist sehr abwechslungsreich. An einem Tag schreibt Lucia Betriebsanleitungen, erstellt für diese Anleitungen Konzepte und recherchiert direkt beim Kunden. – „Dadurch lernt man viele verschiedene Menschen kennen – dieser enge Kundenkontakt macht mir persönlich viel Spaß.“ An einem anderen Tag kalkuliert sie ihre Aufwände für Angebote, überlegt, wie zeitaufwändig die Erstellung der Abbildungen sein könnte und wie aufwändig die Recherche ist. Neben der Texterstellung steht besonders die Koordination und Projektleitung im Mittelpunkt des Arbeitsalltages. Mit der Layoutgestaltung und der Erstellung von Grafiken hat Lucia nichts zu tun. Sie überlegt sich zwar, was die Bilder und Grafiken darstellen sollen, lässt diese Aufgaben dann aber von der zuständigen Abteilung in der Firma erledigen. – „Die ZINDEL AG beschäftigt dafür professionelle Grafiker und Mediengestalter, mit denen die Technischen Redakteure eng zusammenarbeiten.“
Momentan beschreibt Lucia Tieftauchanlagen, die in Schiffen verbaut werden. In diesen Tieftauchanlagen wohnen die Taucher für rund vier Wochen in einer Druckumgebung von rund 40 bar. Jeden Tag fahren sie mit einer Tauchkugel in ca. 300 – 400 Metern Tiefe auf den Meeresboden, um dort zum Beispiel Arbeiten an Ölbohrinseln zu verrichten. Lucia und ihre Kolleginnen beschreiben das ganze System, angefangen bei der Toilette, über das Gassystem und die Kommunikationseinrichtung bis hin zur Tauchkugel. Dieses Projekt ist schon das zweite Tieftauchsystem, welches sie beschrieben haben. Nebenbei betreut Lucia noch kleinere Projekte wie eine Beschichtungsanlage für PET-Flaschen oder ein Querstrahlruder für Schiffe.
Am meisten beeindruckt hat sie beim Studium in Hannover der enge Kontakt zu den Professoren und die gute Betreuung. – „Man ist nicht im überfüllten Hörsaal zwischen hundert anderen Studenten untergegangen. Jeder Student wurde individuell gefördert.“ Außerdem war sie begeistert von den praktischen Übungen während des Studiums. – „Wir sind zum Beispiel zu den Firmen gefahren, konnten vor Ort recherchieren und haben komplette Betriebsanleitungen geschrieben. Das war alles andere als langweilig und sehr praxisorientiert.“
Wie sieht Lucia die Chancen nach dem Studium? „Ich denke, die Arbeitsmarktchancen stehen sehr gut und ich schätze, dass die Nachfrage nach Technischen Redakteuren steigen wird. Die ZINDEL AG wächst weiterhin, da wir so viele Anfragen haben. Daher suchen wir immer wieder ausgebildete und engagierte Technische Redakteure.“
Lucias Fazit –„ Ich bin froh, diesen Beruf gewählt zu haben und einen guten Arbeitsplatz bei einem renomierten Dienstleister bekommen zu haben. Ich finde die Arbeit spannend und die meisten Aufgaben machen mir jede Menge Spaß. Durch die verschiedenen Kunden reise ich viel durch Deutschland - selbst in Norwegen war ich schon, um die Tieftauchanlage direkt auf dem Schiff anzuschauen – das fand ich echt klasse.“
Autor: Patrick Poppe
| Name: | Dominik Benz |
| Titel: | Dipl.-Redakteur (FH) |
| Wohnort: | München |
| Firma: | Thewald Kommunikation GmbH, Oberschleißheim |
| Position: | Beratung und Konzeption Learning Solutions |
Was hat dir an der FH Hannover und am Studiengang besonders gefallen?
An der FH und an Hannover: die richtige Größe – groß genug, um alles zu bieten und klein genug, um die Orientierung zu behalten. Am Studiengang: Der faire Umgang aller Beteiligten miteinander, von den Professoren bis zu den Studenten.
Welche Fächer haben dir im Hinblick auf deinen jetzigen Job am meisten gebracht?
Wenn ich es mir recht überlege, die Kombination der Fächer. Wenn ich damals Vorlesungen in TR-Betriebslehre, Informatik, Technik, Sprache und Gestaltung an einem Tag hatte, ist das wie heute in einer Projektbesprechung mit Kunde, Programmierer, Chef, Grafiker und mir selbst an einem Tisch. Man versteht es einfach besser.
Warum wolltest du Technischer Redakteur werden?
Um komplizierte Sachverhalte auf den Punkt zu bringen, sie sprachlich und gestalterisch zu vermitteln.
Arbeitest du als klassischer Technischer Redakteur?
Nein, ich erlebe, wie mein TR-Abschluss sogar eine optimale Grundlage für meinen unklassischen Berufseinstieg war. Ich startete u. a. mit der Aus- und Weiterbildung Technischer Redakteure durch E-Learning-Anwendungen und konnte so gleich meine Diplomarbeit umsetzen. Zusammen mit meinem persönlichen Faible für Automobiltechnik führte das zu meinem jetzigen Job: Weiterbildungslösungen konzipieren und Drehbücher schreiben für Lernanwendungen zum Thema Fahrzeugtechnik. Dabei ist der TR-Hintergrund meines Arbeitgebers als Agentur für technische Kommunikation ein entscheidender Wettbewerbsvorteil gegenüber Medienagenturen ohne Vermittlungskompetenz von Technikwissen.
Wie sehen deiner Meinung nach die Arbeitsmarktchancen aus?
Gut, wenn man den Wert eines TR-Hochschulabschlusses rüberbringen kann. Eine häufig übersehene Chance sind nämlich Jobs, für die kein TR gesucht wird, bei denen eine TR-Ausbildung aber genau das ist, was in dem Job gebraucht wird. Das ist einiges aus den Bereichen "Untechnische Redaktion", Marketing, Wissensmanagement, Weiterbildung.
Warum ist deiner Meinung nach das Berufsfeld des Technischen Redakteurs so vielseitig?
Größter Vorteil eines TR-Hochschulabschlusses ist, dass du nicht für eine Wissens-Nische ausgebildet bist, sondern einen Überblick und Einblick in viele Sichtweisen hast. Du verstehst komplexe Sachverhalte und kannst sie auch formulieren, vermitteln, gestalten, berechnen – und lösen. Mir gefällt es sehr, kreative Ideen zu entwickeln und diese dann im Detail präzise umzusetzen. Ob beides gelingt, hängt sehr von dem konkreten Job ab.
Willst du unseren Studieninteressierten noch etwas mitteilen?
Wie die Branche tickt, was Technische Redakteure bewegen und was sie bewegt, welche Arbeitgeber es gibt und welche noch erfunden werden müssen: der Berufsverband tekom hat das Ohr am Gleis. Das war auch zu meinem Studienbeginn eine wichtige Orientierungshilfe.
Kommentare/ Fazit:
Die Welten zwischen Natur- und Geisteswissenschaften scheinen manchmal weit auseinander zu liegen und es sind immer Experten gefragt, die in beiden Welten zuhause sind. Wer mit Themen und Menschen aus diesen Bereichen arbeiten will, der findet mit der Technischen Redaktion ein solides interdisziplinäres Fundament, auch für den Fall, dass hinterher doch noch endgültig die künstlerische, technische oder sprachliche Ader durchbricht.
Autorin: Janine Schaper, Patrick Poppe
| Name: | Jan Dyczka (Alter: 38) |
| Titel: | Diplom-Redakteur (FH) |
Was passiert nach dem Studium?
Um das in Erfahrung zu bringen, fragten wir einen ehemaligen Studenten der FH-Hannover.
Jan Dyczka ist 38 Jahre jung und steht seit zehn Jahren im Berufsleben. Bevor er seinen Weg zur FH-Hannover fand, studierte er einige Semester Maschinenbau in Braunschweig.
Er merkte schnell, dass ihm das zu einseitig war — "Als ich anfing, Sprachkurse und Politologievorlesungen aus dem Studium Generale zu belegen, wusste ich, dass ich nicht auf dem richtigen Weg bin." Auf der Suche nach einem vielseitigem Studium, das seine Vorlieben für Sprachen und Technik vereinte, stolperte er über den Studiengang "Technische Redaktion" an der Fachhochschule Hannover.
Er überlegte nicht lange und schrieb sich ein. Der Studiengang war zu diesem Zeitpunkt noch relativ jung. Während des Studiums durchwanderte Jan den Norden. Sein Praktikum absolvierte er in einer kleinen Firma in Bremen und seine Diplomarbeit schrieb er in der schönen Hansestadt Hamburg. Danach kehrte er zurück nach Hannover und arbeitete in einer kleinen Firma, für drei Jahre im Bereich Dokumentationen, Webdesign und Pressearbeit. Und die Entscheidung war genau richtig.
Als Technischer Redakteur wird man zu einem Allrounder ausgebildet. Man muss von jedem etwas haben. Man braucht technisches Verständnis, sprachliches Talent, eine gute visuelle Auffassung sowie eine kreative Ader.
Durch die persönliche Atmosphäre im Studium und das enge Verhältnis zu den Professoren, ergab sich im späteren Verlauf neben dem Berufsleben eine Dozentenstelle für das Fach "Normen und Richtlinien". Was sehr interessant war, da er auch mal die andere Seite kennenlernen konnte.
Seit dem Jahr 2002 arbeitet Jan bei der Siemens AG als Technischer Redakteur. Er erstellt Dokumentationen, plant Dokumentations-Projekte und organisiert interne wie externe Kundenschulungen.
Es ist ein spannendes Berufsfeld mit vielen Impulsen aus verschiedenen Richtungen.
Die Arbeitsmarktchancen sehen im Vergleich zu anderen Studienfächern sehr gut aus, wobei dies regional stark unterschiedlich ist. Als Technischer Redakteur ist man vielseitig einsetzbar. Man kann sich überlegen, in welchen Bereich man sich später spezialisieren will. Ob klassischer Technischer Redakteur, Presse- oder Öffentlichkeitsarbeit, Consulting oder Multimedia. Abschließend ist zu sagen, dass auch der Bereich Terminplanung, Controlling und Projektmanagement immer mehr Gewicht gewinnt – auch für Technischer Redakteure.
Autorin: Janine Schaper
| Name: | Viktor Frei |
| Titel: | Diplom-Redakteur (FH), Certificate in Teaching English as a Second Language |
| Wohnort: | Berlin |
Was steht momentan an?
Momentan promoviere ich an der Humboldt Universität zu Berlin im Fach Germanistische Linguistik. Mein Thema für die Doktorarbeit ist:"Sprachstandardisierung in der Software-Branche" Nebenbei baue ich bei der MY-HAMMER AG in Berlin die Dokumentation auf.
Was hat dir am besten an der FH Hannover und am Studiengang gefallen?
Vermutlich allgemein die Betreuung und speziell die Unterstützung seinen individuellen Weg gehen zu können. Dieser (Weg) durfte bei mir einige spannende Stationen im Ausland (Irland, Australien, USA) beinhalten.
Warum wolltest du Technischer Redakteur werden?
Da muss man gar nicht lange überlegen: Mich hat die Vielseitigkeit dieses Berufsbilds am meisten angezogen.
Arbeitest du als klassischer Technischer Redakteur?
Wenn ich nicht gerade an meiner Promotionsarbeit sitze, baue ich die Dokumentation für eine Internetplattform auf. Interessant ist bei dieser Aufgabe der grafisch orientierte Ansatz, was bedeutet, dass Bild über Text dominiert. Des Weiteren ist es spannend an der Einführung einer Software und der Anpassung der internen Firmenprozesse mitzuwirken. Während aller Phasen dieses Projekts sind die vielseitigen Fähigkeiten eines Technischen Redakteurs gefragt.
Wie sehen deiner Meinung nach die Arbeitsmarktchancen aus?
Gute Leute werden immer und überall gesucht. An der FH Hannover werden qualifizierte Leute geschmiedet, die später am Arbeitsmarkt problemlos Fuß fassen können.
Warum ist deiner Meinung nach das Berufsfeld des Technischen Redakteurs so vielseitig?
Es hat sich kein "Mister Oberschlau" hingesetzt und den Beruf Technischer Redakteur "out of the blue" entworfen. Das Berufsfeld des Technischen Redakteurs ist so vielseitig, weil die Anforderungen aus der Wirtschaft das auch sind. Kurz gesagt, der Technische Redakteur ist ein Allrounder, weil er es sein muss und will.
Willst du unseren Studieninteressierten noch etwas mitteilen?
Versucht möglichst viel vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis zu überführen. Wäre bei mir alles im Langzeitgedächtnis gelandet, könnte ich mich heute als TR auf meiner zweiten Million ausruhen.
Autorin: Janine Schaper, Patrick Poppe
| Name: | Thomas Hopp (Alter: 30) |
| Titel: | Technischer Redakteur B.A. |
| Wohnort: | Hänigsen |
| Firma: | TSM (Technical Services and Management) |
| Position: | Technischer Redakteur B.A. |
Was hat dir an der FH Hannover und an dem Studiengang besonders gefallen?
Besonders gefallen hat mir der Bezug zur Technik. Ich fand gut, dass die verschiedensten Firmen die FH besucht haben und somit uns Studierenden einen Einblick in deren Umfeld gewährten.
Welche Fächer haben dir im Hinblick auf deinen jetzigen Job am meisten gebracht?
Meine Berufserfahrung als Elektroniker hat mir das technische Verständnis gegeben, welches unverzichtbar für meine derzeitige Tätigkeit ist. Wichtige Fächer in der Studienzeit waren für mich Professionelles Deutsch, Psychologie, Kommunikation und Didaktik.
Warum wolltest du Technischer Redakteur werden?
Ich wollte einerseits im Büro arbeiten, andererseits auch nah an der Technik sein. Das habe ich geschafft.
Arbeitest du als klassischer Technischer Redakteur?
Nein, ich arbeite in der Diagnoseentwicklung für eine Automobil-Zulieferfirma in Wolfsburg und erstelle u.a. Fehlersuchstrategien für Volkswagen Nutzfahrzeuge.
Wie sehen deiner Meinung nach die Arbeitsmarktchancen aus?
Finanzkrise hin oder her. Wenn man als Technischer Redakteur flexibel ist und sich nicht fest auf einen Standort oder eine Branche konzentriert, dann bekommt man innerhalb von drei Wochen eine Anstellung.
Warum ist deiner Meinung nach das Berufsfeld des Technischen Redakteurs so vielseitig?
Natürlich ist die Aussage darüber sehr von der persönlichen Situation geprägt. Ich sehe den Technischen Redakteur als einen Vermittler von Technikwissen. Dazu gehört für mich weit mehr als “nur“ Anleitungen zu konzipieren und zu erstellen. Aus meiner Erfahrung (auch wenn meine Studienzeit noch nicht allzu lange her ist) kann ich sagen, dass das Aufgabengebiet eines Technischen Redakteurs in der Industrie doch vielfältiger ist, als es im Studium kommuniziert wird. Den Studierenden werden im Studium wichtige Werkzeuge an die Hand gegeben, die der Technische Redakteur später vielfältig einsetzen kann.
Willst du unseren Studieninteressierten noch etwas mitteilen?
Die Studierenden sollten sich darüber im Klaren sein, dass im Studium nur Grundlagen vermittelt werden, die für den späteren Job benötigt werden und wichtig sind. Auch als ich Student war, fiel die Aussage über die eine oder andere Veranstaltung schnell: „Ach, das brauchen wir doch später eh nicht“. Naja, das kann schon sein. Aber man sollte es wenigstens schon mal gehört haben, um später mitreden zu können.
Autorin: Ginger Reincke
| Name: | Sönke Kopp |
| Titel: | Diplom-Redakteur (FH) |
| Wohnort: | 31535 Neustadt – OT Borstel |
| Firma: | bfd GmbH, Beethovenstraße 7, 30449 Hannover, www.document.de |
| Position: | Angestellter TR |
Was hat dir an der FH Hannover und am Studiengang am besten gefallen?
Ich habe mich damals bewusst für ein Studium an der FH entschieden. Die FH hat in Ihrer Ausbildung eher einen "schulischen Charakter", im Gegensatz zur Universität, wo die Selbstbestimmung viel stärker im Vordergrund steht. Mir gefiel die Ausbildung durch die Fachhochschule besser da sie persönlicher war. Dadurch hab ich mein Studium auch in der Regelzeit durchgezogen.
Allerdings habe ich noch auf Diplom studiert. Mit dem heutigen Bachelor/Master habe ich mich bisher nur wenig auseinandergesetzt.
Am Studiengang selbst hat mir die breite Fächerung am besten gefallen. Man wird in vielen Bereichen in den Grundlagen ausgebildet, dadurch entstehen vielseitige Spezialisierungsmöglichkeiten für den weiteren Berufsweg.
Welche Fächer haben dir im Hinblick auf deinen jetzigen Job am meisten gebracht?
TR-Betriebslehre, Professionelles Deutsch, Interview- & Recherchetechnik, Visuelle Kommunikation (ehemaliges Fach zur Diplomstudienzeit).
Warum wolltest du Technischer Redakteur werden?
Technische Redaktion ist ein herrlich vielfältiges Aufgabenfeld, das sehr viele Chancen bietet. Ich habe zudem immer Spaß daran gehabt, anderen etwas zu erklären. … Na ja, und es gab halt auch keinen wahnwitzigen NC…
Arbeitest du als klassischer Technischer Redakteur?
Ja bei einem Dienstleister. Und das Dienstleister-Leben ist irgendwie anders. Man arbeitet für viele Kunden und ist nicht permanent an ein festes Produkt gebunden. Die Arbeit bei einem Dienstleister ist aber nicht jedermanns Sache, da muss man sich schon drauf einlassen können. Ein dickes Fell und eine gewisse Leidensfähigkeit sollte man da schon mitbringen.
Wie sehen deiner Meinung nach die Arbeitsmarktchancen aus?
Solange Produkte verkauft werden, wird es Dokumentationen dafür geben. Die Dokumentationspflicht ist für Hersteller gesetzlich vorgeschrieben.
Außerdem gibt es in allen Bereichen sehr viele „Dokumentations-Verbrecher“, die sich und Ihre Fähigkeiten überschätzen. Da besteht ein hohes Potenzial für Doku-Profis. In schwierigen Zeiten werden zudem häufig die Marketing-Budgets gekürzt und zusammen gestrichen. Da kann eine ansprechende Dokumentation durchaus als Marketing Instrument eingesetzt werden.
Warum ist deiner Meinung nach das Berufsfeld des Technischen Redakteurs so vielseitig?
Viele Medien müssen bedient werden. Es gibt ja nicht nur die gedruckte Anleitung als fertiges Dokumentations-Endprodukt. Die Aufgaben sind eben sehr breit gefächert. Technische Redakteure haben den Vorteil, dass sie besonders in großen Unternehmen in vielen Abteilungen vertreten sind, wenn sie nicht sogar in alle reinschnuppern. Sie müssen sich einen Überblick verschaffen.
Willst du unseren Studieninteressierten noch etwas mitteilen?
Wenn ihr euch für TR entscheidet, dann macht in der Studienzeit möglichst viele Praktika und arbeitet, wenn möglich, auch im Nebenjob im Dokumentations-/Redaktionsbereich oder im Marketing. Das ist die beste Möglichkeit, etwas Handfestes über den Beruf TR zu lernen.
Und erwartet nicht, allein durch das Studium zu etwas „Fertigem“ ausgebildet zu werden. Die „Werkzeuge“ werden an der FH geliefert, aber das Handwerk müsst ihr selbst erlernen.
Kommentare/ Fazit:
"Man sollte die Welt so nehmen, wie sie ist. Aber nicht so lassen."
Autorin: Janine Schaper
… bisher leider noch nichts. [… reduzieren …]